Die wichtigsten Kältemittel im Überblick

Als Kältemittel bezeichnet man Stoffe oder Stoffgemische, die als Medium (Träger) zur Wärmeübertragung in Kälteaggregaten von Anlagen und Geräten eingesetzt werden. Man unterscheidet zwischen natürlichen und synthetischen Kältemittel.

Natürliche Kältemittel

Unter natürlichen Kältemittel versteht man Substanzen, die auch in der Natur vorkommen (Beispiel: Kohlenwasserstoff, Kohlendioxid, Ammoniak, Wasser und Luft). Charakteristisch für natürliche Kältemittel ist die Zusammensetzung aus den Elementen Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff. Natürliche Kältemittel verursachen geringe Umweltauswirkungen. Sie verfügen über gute thermodynamische Eigenschaften. Da im Kältesystem die geringeren Drucke herrschen, sind die Kühl- und Tiefkühlgeräte mit natürlichen Kältemitteln wahre Energiesparer. Zu den natürlichen Kältemitteln zählen:

 

  • R290 (Propan) / GWP 3 (*)
  • R600 (Isobutan) / GWP 3
  • R744 (Kohlendioxyd / CO2) / GWP 1
  • R717 (Ammoniak) / GWP 0

Wir setzen bereits seit Jahren Kühl- und Tiefkühlmöbel mit R290 ein. Propan, als natürliches Kältemittel, wird auch in der Zukunft wegen seinen herausragenden Eigenschaften wegweisend sein. Gerade für den Kleinladenbau mit maximal 150 g Kältemittel je Kreislauf sind die R290er Kühl- und Tiefkühlmöbel aufgrund ihres Energiesparpotenzials führend.

Synthetische Kältemittel

Zu den synthetischen Kältemittel zählen ozonschichtabbauende Stoffe. Sie bezeichnet man auch als Freon oder chemisch als Halogenkohlenwasserstoffe. Der Umgang mit den synthetischen Halogenkohlenwasserstoffe ist wegen ihrer schädlichen Umweltauswirkungen in der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung geregelt.

 

In der Luft stabile Stoffe dürfen in Anlagen und Geräten verwendet werden, wenn gemäss Stand der Technik keine Ersatzstoffe verfügbar sind und Massnahmen zur Vermeidung von Emissionen soweit als möglich getroffen werden. Für Anlagen mit mehr als 3 kg Kältemittel besteht eine Meldepflicht bei der Schweizerischen Meldestelle für Kälteanlagen und Wärmepumpen. Zu den synthetischen Kältemittel zählen z.B.:

 

  • R134a / GWP 1430
  • R404A / GWP 3980
  • R407C / GWP 1770
  • R410A / GWP 2090
  • R507A / GWP 3920

(*) GWP Global Warming Potential

Das (relative) Treibhauspotenzial (auch GWP) ist eine Masszahl für Beitrag zum Treibhauseffekt. Sie gibt also an, wie viel eine festgelegte Masse eines Treibhausgases zur globalen Erwärmung beiträgt. Als Vergleichswert dient Kohlenstoffdioxid (CO2e [e für Equivalent]). Der Wert beschreibt die mittlere Erwärmungswirkung über einen bestimmten Zeitraum; oft werden 100 Jahre betrachtet.

 

Beispielsweise beträgt das CO2-Äquivalent für Methan bei einem Zeithorizont von 100 Jahren 25.

 

Das bedeutet, dass ein Kilogramm Methan innerhalb der ersten 100 Jahre nach der Freisetzung 25-mal so stark zum Treibhauseffekt beiträgt wie ein Kilogramm CO2.